Zer­störer Lütjens

Eineinhalb Jahre als Unteroffizier

4. Quartal 1990 · Mittelmeerfahrt 119/90 - Teil II

Neues Quartal und immer noch unterwegs. Mitlerweile hatten wir Palma de Mallorca wieder verlassen und bewegten uns Richtung Italien. Unser nächster Hafen war Bari, zu welchem ich nicht viel zu erzählen habe, so dass ich hier nur ein paar Impressionen zeige.

Die Stimmung war mal wieder auf einem Tiefpunkt, die Bordroutine hatte die Mannschaft mürbe gemacht. Dies wurde wohl auch von unserer Schiffsführung so gesehen, und es gab endlich mal wieder ein Highlight. Einen Tag Spiel und Spaß wie zu Kindergeburtstagen. Aber ich habe ja auch nie behauptet, dass Männer in Wirklichkeit keine Kinder sind.

Bild 15 von 30Ein weiteres Highlight dieser Reise war die Begegnung mit dem US-Flugzeugträger Saratoga, gegen welchen unsere Lydia nur als Beiboot wirkte. Dies kannte ich ja eigentlich schon aus Norfolk, wo ich mit der "Rommel" gewesen war. Nur lagen damals die Schiffe an der Pier, und hier konnte man die fahrende Stadt live an einem vorbeigleiten sehen.
Auch die Stromboli-Passage, einem noch aktiven Vulkan, sowie Gibraltar sind bleibende Eindrücke gewesen und brachten uns unserem letzten Hafen für diese Reise näher.

Casablanca, größte Stadt Marokkos, erwartete uns und wurde, wie sonst auch touristisch vom Betreuungsoffizier für uns aufbereitet. Wer wollte hatte also wieder die Möglichkeit entsprechende Ausflüge zu buchen.
Bild 15 von 17Kulturell gab es die Kutubija-Moschee in Marrakesch zu sehen und Erlebnishungrigen konnten am Nachmittag einer Touristenshow bei Marrakesch beiwohnen. Dort wurde ein typisches marokkanisches Essen in einem riesen Zelt serviert. Dieses Zelt war auf der einen Seite offen, so dass es als Tribüne fungierte und Blick auf die Bühne bot. Auf dieser wurden Reitkunsttücke per Dromedar und Pferd vorgeführt. Auch bestand die Möglichkeit selbst einmal auf einem Dromedar zu reiten.

Nach 71 Tagen liefen wir am 10. November wohlbehalten wieder in unseren Heimathafen Kiel ein. Nach soviel Tagen fern der Heimat machte ein Großteil der Besatzung erst einmal Urlaub. Für den Rest hieß es Hafenroutine, da man ein so großes Schiff nicht komplett verlassen und abschließen kann. So rotierte die Besatzung bis zum Jahresende zwischen Hafenroutine und Urlaub, da keine Seefahrt für die Lütjens in 1990 mehr anstand.

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